Direktkandidaten nutzen das Web unzureichend und antworten nicht auf E-Mail-Anfragen

Berlin, 24. September 2009: Die Direktkandidaten der SPD sind vor den Direktkandidaten von CDU/CSU und FDP die aktivsten im Web, obwohl sie ebenfalls nur 47 Prozent der erreichbaren Punkte erzielten. Das hat Infopark im Rahmen einer Online-Studie zur Bundestagswahl 2009 ermittelt. Die Studie hat auch ergeben, dass die Kandidaten der großen Parteien E-Mail-Anfragen potenzieller Erstwähler häufig nicht beantworten: Nahezu jede zweite E-Mail-Anfrage wurde überhaupt nicht beantwortet.

Online-Studie: Ist das Web wahlentscheidend?

Ist das Internet wahlentscheidend? Auf diese Frage soll die aktuelle Studie der Infopark AG Antwort liefern. Die Studie will aufzeigen, ob ein Zusammenhang zwischen den Wahlergebnissen der Direktkandidaten und deren Aktivitätsgrad im Internet nachweisbar ist. Dazu wurden im Vorfeld der Bundestagswahl die Web-Aktivitäten von 750 Direktkandidaten der fünf größten Parteien Deutschlands untersucht.

Bewertungskriterien

Um die Aktivität der Direktkandidaten im Web zu beurteilen, wurden folgende Kriterien untersucht:

  • Qualität und Umfang der eigenen Website der Direktkandidaten
  • Aktivität in sozialen Netzwerken (Facebook, StudiVZ/MeinVZ, Xing, Twitter, YouTube)
  • Qualität und Geschwindigkeit von Antworten der Kandidaten auf eine E-Mail- oder Online-Anfrage potenzieller Erstwähler

Erste Ergebnisse

Schon jetzt kann gesagt werden, dass die meisten Direktkandidaten zur Bundestagswahl die Möglichkeiten des Webs nur unzureichend nutzen. Obwohl sie nur 47 Prozent der erreichbaren Punkte erzielten, waren die Direktkandidaten der SPD innerhalb dieser Studie noch die aktivsten im Web. Sie lagen damit vor den Kandidaten von CDU/CSU und FDP. Die Direktkandidaten der Linken erhielten im Durchschnitt sogar nur knapp ein Viertel der zu erreichenden Punkte und waren damit die Schlusslichter der Studie.

Erschreckend ist vor allem die Antwortquote auf E-Mail-Anfragen potenzieller Erstwähler: Fast 40 Prozent der 750 untersuchten Direktkandidaten haben auf die Fragen nach dem Wahlprogramm und ihren persönlichen Zielen für den Wahlkreis überhaupt nicht geantwortet.

Weitere Ergebnisse der Studie werden im Oktober nach der Bundestagswahl bekanntgegeben.

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